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Mathestudium – nur etwas für ein echtes Mathegenie?

Mathestudium – nur etwas für ein echtes Mathegenie?
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Ich möchte die Frage aus der Überschrift „Mathestudium – nur etwas für ein echtes Mathegenie?“ gleich anhand zweier weiterer Fragen beantworten:

Kann jeder das Mathestudium schaffen? Eindeutig ja.

Kann jeder das Mathestudium mit Bestnote abschließen? Eher nein.

Erinnern wir uns an die Schulzeit. In jeder Klasse gab es in Mathe diese ein- oder zwei Personen, die einfach immer eine Eins in der Arbeit schrieben.

Diese Leute schienen gar nichts zu tun – und bekamen ihre schriftliche Leistung trotzdem mit einem „sehr gut” zensiert.

Andere konnten lernen wie sie wollten – mehr als maximal eine Zwei war einfach nicht drin.

Warum ist das so?

Ein Mathegenie versteht die Materie anstatt auswendig zu lernen

Erst kürzlich erzählte mir ein Mitstudent, dass er im Abitur niemals das Fach Mathematik als mündliches Prüfungsfach gewählt hätte. Seine Begründung:

Falls ich da eine Aufgabe gestellt bekomme, die ich einfach nicht verstehe, dann habe ich die Prüfung schon vergeigt.

In Mathe ist es eben so, entweder man kapiert die Aufgabe oder man kapiert sie nicht.

In Deutsch könnte man zumindest immer noch irgendetwas schwafeln. Falls ich da keine Ahnung habe, sauge ich mir einfach irgendeine weltfremde Analyse aus den Fingern und mit etwas Glück findet der Lehrer das sogar noch einigermaßen gut.

In Mathe geht sowas nicht.

Halten wir also das Resultat fest:

Es ist nicht zu leugnen, dass gerade in den Naturwissenschaften die Veranlagung eine besondere Rolle spielt.

Man kann durch äußerst fleißiges Lernen sehr viel wettmachen, aber es gibt immer diese Aufgaben, bei denen sich zeigt, wer in stark ausgeprägtem Maße diese besondere mathematische Veranlagung besitzt, es „einfach kann” und wer eher der Typ ist, der sich seine Erfolge vor allem durch Fleiß erarbeiten muss.

Wie genau kommt dies im Studium zum Vorschein?

Der Zusammenhang zwischen Note und Begabung

Die Uni-Matheklausuren sind nach meiner Erfahrung in etwa wie folgt aufgebaut.

30% der Klausuraufgaben

Für jedes Leistungsniveau machbar.

40% der Klausuraufgaben

Mittelschwer; Ansätze für Normalsterbliche, die gut gelernt haben, möglich, vollständiges Lösen eher unwahrscheinlich.

30% der Klausuraufgaben

Aufgaben, um die Spreu vom Weizen zu trennen (das wären dann sozusagen die klassischen Mathegenie-Aufgaben  😀 ).

Genau diese Prozentzahlen sind der Grund, weshalb ich auf die beiden Antworten der obigen Fragen komme.

Bestanden ist die Klausur in der Regel bei 50%. Das heißt, durch angemessenes Lernen ist es absolut möglich, die Klausur zu bestehen.

Möchte man die Klausur allerdings mit einer sehr guten Note bestehen, so muss eben auch bei den letzten 30% der Aufgaben, ich habe sie immer „Bonzenaufgaben” genannt, eine beachtliche Punktzahl geholt werden – und exakt das sind die Aufgaben, welche man meines Erachtens nicht alleine durch Lernen lösen kann.

Schulnoten sind kaum Erfolgsindikator für das Mathestudium

Viele orientieren sich bei der Frage, ob sie denn für das Studium geeignet seien, an ihrer Schulnote. Nun ja, die Schulnote kann ein (sehr) grober Anhaltspunkt sein.

Mach dir aber bitte klar, dass das, was du im Studium machst, annähernd nichts mit dem zu tun hat, was du in der Schule gemacht hast. In der Schule ging es mehr oder weniger nur ums Rechnen. An der Uni lautet der Alltag Definition-Satz-Beweis.

Im Studium tauchen kaum noch Zahlen auf und es geht vor allem ums logische Denken.

Mit anderen Worten: Selbst, falls du in der Schule eher durchschnittlich warst, heißt das noch lange nicht, dass du im Studium nicht klarkommen wirst.

Fazit

Ich möchte dir zusammenfassend auf jeden Fall folgendes mit auf den Weg geben:

Falls du Bock hast, Mathe zu studieren, dann tue es!

Ich bin selbst echt kein Mathegenie gewesen und habe nun trotzdem alle Bachelorveranstaltungen in Mathe hinter mir. Mit ein bisschen sozialer Kompetenz und ausreichend Fleiß ist das wirklich kein Hexenwerk. 😉

Mit Fleiß das fehlende Mathegenie bestmöglich kompensieren!

Es gibt zig Beispiele von Personen, denen man ein erfolgreiches Mathestudium erst nicht unbedingt zugetraut hätte, welche nachher aber teilweise sogar noch weit besser klarkamen als Leute, von denen man dies eher erwartet hätte.

Viel Erfolg im eventuellen Studium und eine schöne Zeit,

Ansgar

 

Ansgar Scholten

Über den Autor

Ansgar Scholten (23) studiert seit Oktober 2013 an der Ruhr-Universität in Bochum die Fächer Sportwissenschaft und Mathematik.

In seinem Buch „Mythos Mathestudiumˮ beschreibt er das Studium aus Sicht eines 4,0er-Kandidaten und versucht, Mathestudenten zum Durchhalten zu motivieren.

Website von Ansgar

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